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Unterwegs auf Kauai

Plötzlich ist der Wind da, und auf dem kleinen Vorsprung gibt es nichts, was ihn aufhalten könnte. Ein paar Wanderer versuchen, wenigstens eine Sekunde lang für ein Erinnerungsfoto still zu stehen. Der Blick auf die Na Pali Coast ist schließlich traumhaft schön. Mächtige und schroffe Felsen scheinen ein Wettrennen zu veranstalten, wer es am weitesten in den Ozean schafft. Wenn sich Wolken ab und an vor die Sonne schieben, wechselt das satte Grün ins Matte. Da muss ein Selfie sei. Allerdings: Wer diesen Blick überhaupt genießen will, der sollte gut zu Fuß sein, ordentliches Schuhzeug mit griffiger Sohle besitzen und schwindelfrei sein. Denn der Kalalau Trail auf der Hawaii-Insel Kaua‘i hat es in sich, selbst auf den ersten rund drei Kilometern vom Ke’e Beach State Park bis zum Hanakapi‘ai Beach, die frei zugänglich sind. Wer weitergehen will, gar bis zum Kalalau Beach und campieren möchte, der benötigt dafür ein Permit.

Der 18 Kilometer lange Pfad windet sich – teils mehrere hundert Meter hoch über dem Meer – an den Klippen entlang, führt durch fünf Täler und kann während und nach Regenfällen ausgesprochen rutschig und schlammig werden. Das gilt auch für den Abschnitt vom Ke’e Beach zum Hanakapi‘ai Beach, aber es sind schon Touristen gesehen worden, die sich trotzdem in Badelatschen auf den Weg machen. Endpunkt der gesamten Strecke ist der einsam gelegene Kalalau Beach. Wer noch einen Blick von oben auf die Na Pali Coast, Kulisse für den Kino-Blockbuster „Jurassic Park“, genießen will, muss allerdings nicht nur den ganzen Weg zum Ke’e Beach State Park zurückgehen, es folgt auch eine lange Fahrt zurück über Kaua’is Hauptort Lihu’e bis nach Waimea und von dort auf dem rund zehn Kilometer langen Waimea Canyon Drive und der anschließenden  Koke’e Road (6,4 Kilometer) bis zum etwas mehr als eintausend Meter hoch gelegenen Waimea Canyon Lookout hinauf. Von hier sind es dann noch einmal einige Kilometer bis zum Koke’e State Park samt Lodge, Restaurant und Campingplatz. Doch erst am Kalalau Lookout hat man die Na Pali Coast wieder im Blick, und wer die Lust am Wandern noch nicht verloren hat: Der insgesamt zehn Kilometer lange Awaawapuhi Trail führt zu einem weiteren Aussichtspunkt.

Freilich: Den Waimea Canyon, auch „The Grand Canyon of the Pacific“ genannt, sollte man nicht außer Acht lassen und sich Zeit dafür nehmen.  Auch wenn er nicht so tief (rund 1000 Meter) und so mächtig (22 Kilometer lang, 1,6 Kilometer breit) ist wie der Grand Canyon in Arizona, so ist die Aussicht vor allem an Nachmittagen vom Lookout und einigen anderen Aussichtspunkten entlang der Straße beeindruckend, wenn das sanfte Licht der tiefstehenden Sonne die Canyonwände in braunen, roten und orangefarbenen Tönen aufleuchten lässt.

Waimea selbst ist der Ort, an dem der englische Entdecker James Cook am 20. Januar 1778 zum ersten Mal Hawaii betrat, während sich fast in der Inselmitte der Wai’ale’ale erhebt. Der Gipfel des zweithöchsten Berges auf Kaua’i ist jedoch nur selten zu sehen. Meist wird er von Wolken umhüllt und zählt zu den regenreichsten Gebieten der Erde.

Und dann sind da noch die Hurrikan Hühner und -hähne. Für die muss man als Besucher indes weder weit fahren noch schwierige Wanderungen unternehmen: Das Federvieh ist quasi überall auf der Insel präsent.

Reise-Stories: Die wilde Seite von Kauai

Tipps:

Anreise: Flughafen Lihu’e

Koke’e State Park: Es gibt eine Lodge samt Restaurant (Breakfast ab 10 Uhr, Lunch) und kleinem Laden (Getränke, Snacks), sowie ein paar einfache Hütten und einen kleinen Campingplatz. Reservation erforderlich. Wer mehrere Tage bleiben möchte, sollte in Waimea ausreichend Lebensmittel einkaufen und den Tank seines Wagens auffüllen.

Nahverkehr: Kaua’i Bus, nimmt auch Fahrräder mit.

Schwimmen: Es gibt zahlreiche Strände auf Kaua’i, das Baden ist aber nicht immer ungefährlich wegen starker Unterströmungen.

Unterkünfte: Hotels in Waipouli und Kapa’a. Rustikal: Kapa’a Beach Hostel.

Wanderungen: Man muss vor allem auf dem Kalalau Trail auch auf schlechtes Wetter eingestellt sein. Auch der teils starke Wind ist nicht zu unterschätzen. Zu einer Plage können die Mücken werden. Permits müssen viele Monate vorher beantrag werden.

 

Internet:

Kalalau Trail: http://kalalautrail.com/

Kokee State Park: http://www.hawaii-guide.com/Kauai/hiking_trails/kokee_and_waimea_state_park_hiking_trails

Kaua’i: http://www.Kau’i.com/

Kaua’i Bus Sevice: http://www.Kauai.gov/Bus

Camping Kokee State Park: https://camping.ehawaii.gov/camping/all,details,1689.html