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Reise- und Fotobücher

Ich lebe in Hamburg und arbeite in der Hansestadt als freier Journalist und Fotograf. Und dieses vor allem im Sport. Hin und wieder widme ich mich aber auch den bunten Themen aus dem Lokalen.

Seit Mitte der 90er-Jahre habe ich zudem einige längere Fahrradtouren unternommen. Unter anderem in den USA (Westcoast, Südwesten, Nordwesten, Neuengland), Schottland, Neuseeland, Norwegen. Dazu kommen die Überquerungen etlicher Pässe in den Alpen und Pyrenäen.

Ich werde hier in Zukunft vor allem Fotos veröffentlichen. Und wenn wieder eine Radreise ansteht, dann gibt es auch dazu Infos 🙂

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und Stöbern

Markus Tischler

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Meine Bücher

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Die Straße, die zur Sonne geht: Highways im Nordwesten der USA (Fotobuch)

Die Going-to-the-Sun Road ist zweifellos eine der schönsten Straßen in den Rocky Mountains. Aber sie ist nicht der einzige Grund, warum es sich lohnt, den Nordwesten der USA zu befahren – ob nun mit einem Auto, einem Wohnmobil, einem Motorrad oder Fahrrad. Straßen mit so klangvollen Namen wie Beartooth Highway, Buffalo Bill Cody Scenic Highway, Chief Joseph Scenic Highway oder auch der Northwest Passage Scenic Byway führen durch eindrucksvolle Landschaften.

Highways im Land der Canyons: Traumstraßen in Arizona und Utah (Fotobuch)

Arizona und Utah – das klingt nach endloser Weite, Wüste, Canyons, Steingärten. Und es klingt nach einsamen Straßen in einer der faszinierendsten Landschaften der Erde. Markus Tischler zeigt in diesem Buch Impressionen vom Highway 89, Highway 89A, Highway 12, Highway 24 und Highway 95. Ein kleiner Bildband für alle, die von der großen Freiheit auf dem Weg zum nächsten Horizont träumen.

Eistee und French Toast: Eine Radreise im Südwesten der USA (Taschenbuch)

Der Traum von der Freiheit auf der Straße fühlt sich heiß an. Heiß, trocken und windig. Das stellt Markus Tischler fest, als er in vier Wochen durch den Südwesten der USA radelt. Trotz schier endloser Highways, Wassermangel und dünner Höhenluft bleibt der Humor des 39-Jährigen jedoch nicht auf der Strecke. Ein oft lustiges Buch über ein großes Abenteuer mit seinen vielen kleinen Katastrophen.

Hors Catégorie – Eine Radreise in den Alpen (Taschenbuch)

In seiner Heimatstadt Hamburg gilt der Waseberg mit seinen 16 Prozent Steigung auf 400 Metern Länge als große Herausforderung. Doch obwohl es ihm an Bergerfahrung mangelt, begibt sich Markus Tischler in die Schweiz, um mit dem Rad von Luzern nach Nizza zu fahren. Mal ernst, mal amüsant berichtet er über seinen Kampf auf den Anstiegen hinauf zum Col de l’Iseran, Col du Galibier und Col de la Bonette: Alpenpässe, die den höchsten Schwierigkeitsgrad aufweisen und die die Reise für den 35-Jährigen vom ersten Tag an zu einer Tour der Hors Catégorie werden lassen.

Unterwegs auf dem Cabot Trail: Eine Rundreise in Bildern (Fotobuch)

Gut 300 Kilometer lang ist der Cabot Trail auf Cape Breton in Nova Scotia – und er gilt als eine der schönsten Küstenstraßen weltweit. Mal windet sich der Highway an der schroffen Küste entlang, führt dann wieder durch dichte Wälder im Cape Breton Highlands National Park und erreicht abgeschiedene Orte wie Pleasant Bay. Markus Tischler hat den Cabot Trail 2011 bereist und legt mit diesem Buch einen kleinen Foto-Reiseführer vor, der dem Leser Eindrücke einer wunderschönen Tour vermitteln soll.

Fotospots in Hamburg: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort (Fotobuch-Reiseführer)

Das Hamburger Rathaus frei von Schatten? Der schöne Kirchturm, den Sie fotografieren möchten, wäre da nicht das störende Gegenlicht? Ein gutes Bild erfordert mitunter eine gute Planung. Wann will ich wo sein – oder muss es vielleicht auch? Dieses Buch ist ein kleiner Ratgeber für alle, die sich auf eine Bilderreise durch Hamburg begeben wollen. Autor Markus Tischler gibt Tipps und beschreibt, wann ihm besonders stimmungsvolle Fotos von Sehenswürdigkeiten in der Hansestadt gelungen sind.

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Rundtour Kauai

Plötzlich ist der Wind da, und auf dem kleinen Vorsprung gibt es nichts, was ihn aufhalten könnte. Ein paar Wanderer versuchen, wenigstens eine Sekunde lang für ein Erinnerungsfoto still zu stehen. Der Blick auf die Na Pali Coast ist schließlich traumhaft schön. Mächtige und schroffe Felsen scheinen ein Wettrennen zu veranstalten, wer es am weitesten in den Ozean schafft. Wenn sich Wolken ab und an vor die Sonne schieben, wechselt das satte Grün ins Matte. Da muss ein Selfie sei. Allerdings: Wer diesen Blick überhaupt genießen will, der sollte gut zu Fuß sein, ordentliches Schuhzeug mit griffiger Sohle besitzen und schwindelfrei sein. Denn der Kalalau Trail auf der Hawaii-Insel Kaua‘i hat es in sich, selbst auf den ersten rund drei Kilometern vom Ha’ena Beach State Park bis zum Hanakapi‘ai Beach, die frei zugänglich sind. Wer weitergehen will, gar bis zum Kalalau Beach und campieren möchte, der benötigt dafür ein Permit.

Der 18 Kilometer lange Pfad windet sich – teils mehrere hundert Meter hoch über dem Meer – an den Klippen entlang, führt durch fünf Täler und kann während und nach Regenfällen ausgesprochen rutschig und schlammig werden. Das gilt auch für den Abschnitt vom Ha’ena Beach zum Hanakapi‘ai Beach, aber es sind schon Touristen gesehen worden, die sich trotzdem in Badelatschen auf den Weg machen. Endpunkt der gesamten Strecke ist der einsam gelegene Kalalau Beach. Wer noch einen Blick von oben auf die Na Pali Coast, Kulisse für den Kino-Blockbuster „Jurassic Park“, genießen will, muss allerdings nicht nur den ganzen Weg zum Ha‘ena Beach State Park zurückgehen, es folgt auch eine lange Fahrt zurück über Kaua’is Hauptort Lihu’e bis nach Waimea und von dort auf dem rund zehn Kilometer langen Waimea Canyon Drive und und der anschließenden der Koke’e Road (6,4 Kilometer) bis zum etwas mehr als eintausend Meter hochgelegenen Waimea Canyon Lookout hinauf. Von hier sind es dann noch einmal einige Kilometer bis zum Koke’e State Park samt Lodge, Restaurant und Campingplatz. Doch erst am Kalalau Lookout hat man die Na Pali Coast wieder im Blick, und wer die Lust am Wandern noch nicht verloren hat: Der insgesamt zehn Kilometer lange Awaawapuhi Trail führt zu einem weiteren Aussichtspunkt.

Freilich: Den Waimea Canyon, auch „The Grand Canyon oft he Pacific“ genannt, sollte man nicht außer Acht lassen und sich Zeit dafür nehmen.  Auch wenn er nicht so tief (rund 1000 Meter) und so mächtig (22 Kilometer lang, 1,6 Kilometer breit) ist wie der Grand Canyon in Arizona, so ist die Aussicht vor allem an Nachmittagen vom Lookout und einigen anderen Aussichtspunkten entlang der Straße beeindruckend, wenn das sanfte Licht der tiefstehenden Sonne die Canyonwände in braunen, roten und orangefarbenen Tönen aufleuchten lässt.

Waimea selbst ist der Ort, an dem der englische Entdecker James Cook am 20. Januar 1778 zum ersten Mal Hawaii betrat, während sich fast in der Inselmitte der Wai’ale’ale erhebt. Der Gipfel des zweithöchsten Berges auf Kaua’i ist jedoch nur selten zu sehen. Meist wird er von Wolken umhüllt und zählt zu den regenreichsten Gebieten der Erde.

Und dann sind da noch die Hurrikan Hühner und -hähne. Für die muss man als Besucher indes weder weit fahren noch schwierige Wanderungen unternommen: Das Federvieh ist quasi überall auf der Insel präsent.

Tipps:

Anreise: Flughafen Lihu’e

Koke’e State Park: Es gibt eine Lodge samt Restaurant (Breakfast ab 10 Uhr, Lunch) und kleinem Laden (Getränke, Snacks), sowie ein paar einfache Hütten und einen kleinen Campingplatz. Reservation erforderlich. Wer mehrere Tage bleiben möchte, sollte in Waimea ausreichend Lebensmittel einkaufen und den Tank seines Wagens auffüllen.

Nahverkehr: Kaua’i Bus, nimmt auch Fahrräder mit.

Schwimmen: Es gibt zahlreiche Strände auf Kaua’i, das Baden ist aber nicht immer ungefährlich wegen starker Unterströmungen.

Unterkünfte: Hotels in Waipouli und Kapa’a. Rustikal: Kapa’a Beach Hostel.

Wanderungen: Man muss vor allem auf dem Kalalau Trail auch auf schlechtes Wetter eingestellt sein. Auch der teils starke Wind ist nicht zu unterschätzen. Zu einer Plage können die Mücken werden. Permits müssen viele Monate vorher beantrag werden.

 

Internet:

Kalalau Trail: http://kalalautrail.com/

Kokee State Park: http://www.hawaii-guide.com/Kauai/hiking_trails/kokee_and_waimea_state_park_hiking_trails

Kaua’i: http://www.Kau’i.com/

Kaua’i Bus Sevice: http://www.Kauai.gov/Bus

Camping Kokee State Park: https://camping.ehawaii.gov/camping/all,details,1689.html

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Radtour: Herbstfarbenrausch

Das Timing könnte kaum schlechter sein. Über Nacht ist aus den Tropfen ein Dauerregen geworden. Die White Mountains sind unter einer Wolkendecke begraben, und wenn der Mount Washington, mit seinen 1917 Metern der höchste Berg in New Hampshire wie auch den Neuengland-Staaten, irgendwo dort draußen sein soll, dann muss man das halt einfach glauben. Zu sehen ist wenig bis gar nichts. Jedenfalls nicht von diesem oder anderen Bergen. Aber die Natur spielt nach ihren eigenen Regeln. Rücksicht nehmen auf Touristen, die denken: Indian Summer, das klingt doch nach einer launigen Tour, pardon Radtour? Vergiss es. Immerhin: Das Laub ist bunt und bringt Farbe ins Grau.

Es hätte freilich auch noch schlimmer kommen können. Wie zehn Tage zuvor, als der Pilot während des Anflugs auf Boston etwas von schlechtem Wetter tagsüber erzählte, das nun aber besser geworden sei. Was heißen sollte, dass es aufgehört hatte zu regnen. Und dann, im Bus, als der Fahrer ankündigte, die Fahrt nach Portland, Maine, würde rund zwei Stunden dauern, er könne das aber wegen möglicher Überflutungen nicht garantieren, träumte ich lieber von Herbstlaubfarben. Indian Summer von seiner besten Seite, das wollte ich haben. Nicht von seiner feuchten und ungemütlichen.

Tag eins nach dem Weltuntergang

Was also am Tag meiner Anreise passiert war, das sollte ich erst am nächsten Vormittag vergegenwärtigen. Eine Mitarbeiterin in einem Outdoor Shop in Portland zeigte mir ein Foto, aufgenommen quasi vor der Eingangstür. Kurz gesagt: Die Straße stand komplett unter Wasser, Autos waren zur Hälfte untergetaucht. Und so soll es an weiten Teilen der Küste von Maine ausgesehen haben. Radfahren gegen den Strom? Oder im Strom? Es wäre wohl ein kurzer Trip geworden. Womöglich hätte mein Fahrrad schon nach wenigen Meilen seinen Dienst quittiert. Und zwar für immer.

Gut, Überraschungen gehören zu einer Reise dazu. Die guten und die schlechten. Portland zum Beispiel. Da stehe ich doch plötzlich vor einem Zaun voller Liebesschlösser. Der Trend ist offensichtlich auch hier angekommen. Aber dass ein paar Meter entfernt ein Stück der ehemaligen Berliner Mauer steht, empfinde ich dann doch als ebenso kurios wie Must-do-Foto. Ist aber, wie ich später herausfinde, keine Seltenheit, dass irgendwo in der Welt Mauerreste zu finden sind.

Auf den Cadillac Mountain

Am vierten Tag meiner Tour erreiche in den Acadia National Park. Es ist zugleich der 4. Oktober – und so richtig bunt ist es auf der Strecke nur hier und dort gewesen. Umso prächtiger sind die Sonnenuntergänge, die ich vom KOA Campingplatz direkt hinter dem Parkeingang aus betrachten kann. Ich radele den Cadillac Mountain hinauf, stelle fest, dass die Aussicht wirklich schön ist, folge der Parkroute, die, wie ich finde, ein Paradies fürs Rennradfahren ist, um dann am sechsten Tag auf dem Weg aus Ellsworth hinaus zu leiden: Der Seitenstreifen ist miserabel. Freundlich ausgedrückt. Überhaupt soll es eine weniger schöne Etappe werden, die nach 130 Kilometern endet, in der Dunkelheit – und in einem Motel an der Strecke nach Newport. Erst habe ich den Stetson Campground nicht gefunden, dann musste ich feststellen, dass er bereits seit  zwei Wochen geschlossen hat. Hätte ich meiner Broschüre entnehmen können, dass hier Ende September Schluss ist. Oder auf der Internetseite. Habe ich aber nicht.

Dann ist da noch die Sache mit den Hunden tags darauf. Solange sie nur bellen und angeleint sind, ist alles gut. Nicht gut ist, wenn es sich um einen Kampfhund handelt, der nicht angeleint ist und den Highway auch nicht als Grenze zwischen ihm und mir ansieht. Warum er nach einem kurzen Sprint die Lust verliert, ist mir egal. Hauptsache, ich kann meine Flucht abbrechen.

Windgepeitschter Mount Washington

Nach einer Woche überquere ich die Grenze von Maine zu New Hampshire. Wie schön, der Himmel ist blau, Sonne satt. Das Wetter hält aber nicht, es kommt zur Regenschlacht rund um den Mount Washington. Im Café  des Visitor Center klammere ich mich an eine heiße Tasse Kaffee, genieße das Gefühl neuer und vor allem trockener Socken an den Füßen und starre Richtung Berg. Oder vielmehr: Dorthin, wo der Berg vermutlich steht, mit 1917 Metern die Nummer eins im Nordosten. Ich hätte natürlich auch mit einem Shuttlebus auf den Gipfel fahren können. Die  Aussicht soll toll sein, wenn es denn was zu sehen gibt. Aber eigentlich ist der Mount Washington berühmt für die Stürme, die dort oben manchmal toben.  Im Jahr 1934  wurden als höchste mittlere Windgeschwindigkeit (10-Minuten-Mittel) 372 km/h gemessen. Die stärkste Böe pfiff mit 416 km/h über die Bergspitze. Während eines Tornados im Jahr 1999 zeigte ein Messgerät sogar 512 km/h an, allerdings spielte sich das Drama in Oklahoma City ab.

Wetterwechsel: Am nächsten Tag kämpft sich die Sonne durch – und ich mich den Kancamagus Highway entlang – und hinauf. Es ist das Columbus Day Weekend. Danach ist die Saison für die US-Amerikaner und die Kanadier vorbei. Also sind sie noch einmal in Massen unterwegs. Autos, Autos und noch einmal Autos. Ich halte an einer Covered Bridge, den Lower River Falls, der Rocky Gorge. Die Etappe ist mit 62 Kilometern recht kurz, aber auch kurze Etappen können lang werden, wenn es viel zu sehen gibt und man ständig hält. Und es gibt viel zu sehen. Gilt nicht nur für die Landschaft übrigens. Auf der gesamten Strecke seit Maine ist fast jeder Vorgarten dekoriert. Halloween lässt grüßen. Sieht alles ziemlich schräg aus, was da so an Kulisse zu sehen ist. Kürbisse, Hexen, Gespenster. Einmal sitzt sogar ein Skelett auf einem Trecker. Haha. In der Rocky Gorge ist es allerdings der Wasserfall, dem ich eine halbe Stunde Zeit opfere.

Unterwegs am Columbus Day Weekend

Als ich später im Visitor Center von Lincoln nach dem Hostel in dem Ort frage, ist die Dame am Tresen so freundlich, in der Unterkunft anzurufen, um nach einem freien Bett zu fragen. Leider kann sie sich dabei ein Grinsen nicht verkneifen, als sie in den Hörer spricht: „Hier ist jemand, der offenbar nicht weiß, was bei uns am Columbus Weekend los ist.“ Weiß ich doch, gefühlt habe ich nämlich kurz zuvor binnen zehn Minuten 200 Autos überholt, die alle auf der Hauptstraße im Stau standen. Natürlich gibt es kein freies Bett in dem Hostel, aber sie nennt mir einen Campingplatz in North Woodstock. Der  Ort ist lediglich eine Meile entfernt. Klasse, ich muss auch nur 10 US-Dollar bezahlen für eine Nacht. So billig bin ich noch nicht unterkommen – und werde es auch nicht mehr auf dieser Reise. Und es wird auch das einzige Mal auf der ganzen Tour sein, dass ich höre: „Nehmen Sie kein Essen mit ins Zelt. Wir haben hier ab und an Bären.“ Aber gut, so oft habe ich dann auch nicht gezeltet.

  1. Tag: Ich bin in den Adirondacks angekommen. Im Keene Valley brennt die Natur ein Feuerwerk an Farben ab. Anhalten, gucken, wieder anhalten, noch länger gucken. Indian Summer von seiner besten Seite. Allerdings wird das Wetter auf dem Weg hinauf nach Lake Placid deutlich schlechter. In dem Ort, der 1932 und 1980 Ausrichter der Olympischen Winterspiele war, höre ich, dass es in drei Tagen den ersten Schneefall geben soll. Die Lust aufs Radeln geht so schnell flöten wie Luft aus dem Loch eines Reifens entweicht. In der Tourist Information frage ich nach einem Bus. Die Frau zieht ihre Brauen hoch. Antwort: „Gibt es nicht. Wir sind hier in den Bergen.“ Am nächsten Morgen drehe ich, obwohl der Himmel knallblau ist, um und spare mir eine Rundtour über Indian Lake. Stattdessen fahre ich über Elizabethtown und Westport und dann entlang am Lake Champlain bis nach Ticonderoga – und von dort am letzten Tag Richtung Lake George.

Wetterumschwung in den Adirondacks

Schöner wird es auf der Schlussetappe nicht. Schmale Straße, wenig Sightseeing. Lake George aber hat – abgesehen von wenigstens drei Minigolfanlagen – wenigstens eine Besonderheit zu bieten, deren Ursache womöglich ist, dass nicht wenige Einwohner in Lake George englische Vorfahren haben. Und da die Briten schließlich bekannt sind für ihren schwarzen Humor, befindet sich auf einem ehemaligen Schlachtfeld ein Campingplatz, in diesem Fall der Battleground State Campground in Nähe des am südlichen Ende des Sees gelegen Fort William Henry. Zyniker würden vermutlich Freunden schreiben: „Auf diesem Campingplatz herrscht Grabesstille“. Oder auch: „Hier kann total gut entspannen, denn es ist totenstill“. Wunschdenken freilich, denn die Hauptstraße verläuft gleich nebenan. Ist aber auch egal, denn der Platz hat geschlossen. Nachsaison halt, weshalb sogar das McDonald-Restaurant im Stadtzentrum dicht ist.

Die Kämpfe auf besagtem Schlachtfeld haben sich vor über 200 Jahren abgespielt. Zwischen 1755 und 1757 bekämpften sich die Briten auf der einen und die Franzosen, Kanadier wie Indianer auf der anderen Seite, und die größte Auseinandersetzung fand 8. September 1755 statt. Am Ende des Tages hatten die Briten die Oberhand behalten, obwohl es anfangs ziemlich schlecht um sie stand. Wäre die Geschichte anders ausgegangen, der Campingplatz würde jetzt womöglich Terrain de Camping Roi Louis heißen. Frei übersetzt nach Google. Oder gar nicht existieren, weil die Franzosen lieber einen ehrwürdigen Park samt Gedenkstein angelegt hätten.

Aber nun findet sich hier eben der Battleground State Campground – so etwas wie eine Oase der Ruhe. Wenn man so will. Lake George selbst ist Ausgangsort für Touren in die Adirondack Mountains oder auf dem Lake George selbst.  Ausflugsboote, Hotels, Motels, Restaurants, Souvenirgeschäfte, Cafés, das historische Fort William Henry, ein Wachsfigurenkabinett und ein großes Wasserrutschen-Bad finden sich hier. Der American Way of Life in Sachen Urlaub halt.

Meinen beende ich nach 16 Tagen auf dem Rad, 1400 Kilometern und rund 14.500 Höhenmetern mit einem zweitägigen Aufenthalt in einem Motel. Tatsächlich haben einige Unterkünfte doch noch geöffnet. Danach geht es per Bus zurück nach Boston. Statt buntem Laub noch ein bisschen buntes Stadtleben genießen.

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Radtour: Isle of Skye

Es gibt etwas in Schottland, worüber man eigentlich nicht viele Worte verlieren muss, nämlich das Wetter: wechselhaft bis regnerisch. Zum Beispiel im September. Sonnentage sind selten, darauf haben Freunde und Bekannte hingewiesen, darum bedarf es heute einer Notiz in meinem Tagebuch: Der Himmel macht blau, so richtig fett blau. Jedenfalls über der Isle of Skye, die ich jetzt einfach einmal in Isle of Blue Sky umtaufe. Es ist schließlich nicht der erste Tag, an dem ich mich frage, ob ich nicht doch hätte Sonnencreme mitnehmen sollen. Und es wird auf dieser Tour nicht der letzte sein. Tatsächlich werde ich nach insgesamt drei Wochen Radrundreise in Schottland behaupten können, dass ich mein Zelt nicht einmal im Regen aufgebaut oder abgebaut habe. Und ich habe oft gezeltet.

Gut, dass die Klamotten und der Schlafsack wie auch die Isomatte trotzdem jeden Tag feucht sind vom nächtlichen Tau, das lässt sich nicht vermeiden. Dass ich andererseits mit viel Kraftaufwand regelmäßig Regenjacke, Jacke und lange Hose – weil nicht benötigt – in die Packtaschen stopfen muss, war so nicht geplant. Aber kann man vorher ja nicht wissen.

Ich gebe aber auch zu: Die Isle of Skye ist bestimmt nicht überall ein Radfahrerparadies. Aber sie ist so schön, hat so viel an landschaftlichen Highlights zu bieten, dass es dennoch ein Genuss ist, hier mit dem Rad unterwegs zu sein. Auch wenn so mancher Anstieg fürchterlich in die Beine geht, der Wind nicht immer Freund und Helfer ist, sondern vielmehr ein fieser Gegner – ich halte am Straßenrand, wenn mir die Aussicht gefällt. Das Problem ist nur: Ich könnte auf der Küstenstraße A 855 von der malerischen Hafenstadt Portree bis nach Uig an diesem Tag unter diesem tiefblauen Himmel so oft anhalten, dass es sich schon nicht mehr nach Radfahren anfühlen würde.

Da ist dieser Wasserfall, offenbar namenlos und leicht zu übersehen, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Schließlich erhebt sich keine zwei Kilometer weiter der Old Man of Storr gen Himmel. Die Steinnadel zieht die Blicke auf sich, wer schaut da schon nach links und fragt sich, warum es da einen kleinen Parkplatz gibt. Als Radfahrer bin ich nicht schnell genug, als dass mir die wenigen Menschen nicht auffallen würden, die da auf dem kleinen Wanderweg unterwegs sind.

Eine halbe Stunde später bin auch dann auch auf dem Weg zum Old Man of Storr. Und ich kann sagen: Die Wanderung, die insgesamt zwei Stunden dauern soll, hat es in sich. Die Aussicht indes ist jeden Schritt und jeden Schweißtropfen wert. Auf einem Trampelpfad Richtung Norden geht es noch Stück höher hinaus, so dass man über den Old Man of Storr hinaus einen Blick auf die Isle of Skye hat. Und wer Zeit hat, sollte sich hier am späten Nachmittag einfinden, wenn die Sonne sich gen Westen bewegt und die Landschaft in warmes und sanftes Licht taucht.

Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon auf dem Weg nach Uig, nicht ohne den einen oder anderen Stopp. Es ist nicht immer ein ausgewiesener Aussichtspunkt oder eine Ruine, die mich zum Halten veranlasst. Manchmal ist es einfach nur das Panorama: das Meer, das Land, das Licht. Oder alles zusammen.

So was sollte man genießen, denn mit dem Licht – sprich: Sonnenlicht – kann es auch schnell vorbei sein. Tags darauf duckt sich die Quiraing-Region jedenfalls unter einer dicken und grauen Wolkendecke. Und doch verleiht der düstere Himmel dieser Felsbastion in ihren satten Grüntönen eine Dramatik, die schwer in Worte zu fassen ist.

Drei Tage später setze ich mit der Fähre von Armadale nach Mallaig über. Ich habe mich länger auf der Isle of Skye aufgehalten, als ich vorgehabt hatte. Statt von Uig gleich südwärts über Broadford nach Armadale zu fahren, habe ich noch den Westen der Insel erkundet, mir das Dunvegan Castle angesehen, in der ältesten Bäckerei der Insel einen Kaffee getrunken, bin zu den Fairy Pools gewandert und am Rande der Cuillin Hills entlang geradelt. Unterwegs habe ich eine andere Radfahrerin getroffen. Sie hatte es eilig, wollte Freunde in Kyle of Lochalsh besuchen. Das liegt nicht mehr auf der Insel, von der sie offenbar wenig gesehen hat. Die Isle of Skye aber ist kein Ort zum Rasen. Sie ist ein Ort zum Reisen.

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Fotogalerie Schottland 2014

Fotogalerie Nordwesten USA 2012

Die Aufnahmen sind während einer Radtour im Jahr 2012 entstandnen.

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Die Aufnahmen sind entstanden während einer Radtour im Jahr 2007.

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Die Aufnahmen sind entstanden während einer Radtour im Jahr 2006.

Radtouren: die Etappenpläne

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Hawaii 2016

Neuengland 2015

Schottland 2014

USA-Northwest 2012

Canada/Nova Scotia 2011

USA-Southwest 2007

Norwegen 2006

Alpen/Pyrenäen 2001 bis 2005